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Ein ganz besonderes Projekt ist endlich abgeschlossen:
Das Dekanat Ilembula hat einen fabrikneuen Toyota Landcruiser!
In den über 20 Jahren meiner Projektarbeit für Ilembula hat mich kaum ein Projekt so beschäftigt und herausgefordert wie dieses.
Begonnen hat es mit der Diskussion, ob das Dekanat Ilembula überhaupt ein solches (!) Auto benötigte und ob wir Münchner Partner das auch noch unterstützen sollten.
Die Finanzierung war eine große Herausforderung mit einigen sehr unkonventionellen Vorgängen. Mein Dank gilt vor allem den großzügigen Spendern!
Völlig unerwartet verlief dann die Zollabwicklung in Tansania, bei der sich Kosten und Bearbeitungszeit gegenüber bisherigen Erfahrungen und der Planung mehr als verdreifachten.
Und sogar als das Auto dann endlich in Ilembula war, hätte eine weitere Hürde dessen Einsatz noch für Wochen oder Monate verhindert, wenn ich nicht noch eine unkonventionelle Idee gehabt hätte.
Jochen Döring
Hier der ganze Bericht:
Wie das Dekanat Ilembula der tansanischen Süddiözese der Evangelischen Kirche Tansanias (ELCT) ein neues Auto bekam -
oder die unglaubliche Geschichte eines Toyota Landcruiser
Die Vorgeschichte
Seit mehreren Jahren hatte das Dekanat Ilembula kein eigenes Fahrzeug mehr. Die Dekanin Kahwili und seit Mitte 2025 der neue Dekan Mpimbi waren gezwungen, auf den alten Toyota Noah der Kirchengemeinde Ilembula auszuweichen. Seine bis zu 70 preaching points wollte / musste Mpimbi dann mit dem Motorrad besuchen.
Im Dekanat Ilembula hatten sie daher seit Anfang 2025 begonnen, in den Kollekten für ein neues Dekanatsauto zu sammeln. Doch schnell war klar, dass sie das ohne Unterstützung ihrer Partner in München und Haar nicht schaffen würden.
In dieser Situation beschlossen das Partnerschafts-Komitee der Dekanate Makambako / Ilembula („MAIL“) und die Münchner Partnergemeinden, die Münchner im Rahmen des Jahresprojekts 2025 um Unterstützung für den Kauf eines Toyota Landcruiser zu bitten.
Die Finanzierung
Anfang 2026 berichtete Dekan Mpimbi, dass die Gemeinden etwa 35 Mio TZS (ca. 12.000 €) gesammelt hätten.
Der – sehr günstige – Kaufpreis des Landcruiser über die deutsche Firma WEM beträgt etwa 29.000 € zuzüglich ca. 3.500 € für die Zollformalitäten. Der Marktpreis in Deutschland und auch in Tansania beträgt mehr als das Doppelte!
Am 29.1.2026 beschloss der Verein HA-ILE e.V. in seiner Mitgliederversammlung, das Projekt mit 4.000 € zu unterstützen.
Die Einnahmen aus dem Dekanats-Jahresprojekt wurden auf 5-6.000 € geschätzt.
Daraus ergab sich ein Fehlbetrag von 8.000 € auf den Fahrzeugpreis.
Eine gezielte Spendenaktion von nur sieben HA-ILE – Freunden erbrachte 7.800 € und die Münchner Partnergemeinden spendeten insgesamt 7.000 €, sodass zumindest der Kaufpreis des Landcruisers abgedeckt war.
Die Bestellabwicklung
Die Abwicklung von Autokäufen der Evangelischen Kirche Tansanias (ELCT) erfolgt über die Hamburger Firma WEM – ein Tochterunternehmen der EKD.
Das hätte bedeutet, dass das Dekanat Ilembula die 12.000 € nach Hamburg überweisen müsste – zu dem ungünstigen Kauf-Wechselkurs von ca. 3,243 gegenüber unserem Verkauf-Kurs von 2,943. Da HA-ILE für 2026 ein Schulküchenprojekt für exakt 12.000 € plant, wurde eine Vereinbarung abgeschlossen: HA-ILE überweist 12.000 € an die Firma WEM und das Dekanat Ilembula 35 Mio TZS an das HA-ILE-Konto in Ilembula. Dadurch wurden mehr als 1.000 € Bankgebühren gespart!
Auch die weiteren Überweisungen von HA-ILE und den Münchner Partnergemeinden erfolgten direkt auf das WEM-Konto.
Anfang März bestellte WEM den Landcruiser bei Toyota, der dann Ende März auf der „Maersk Lamanai“ einen spanischen Hafen verließ.
Am 8. Mai erreichte das Schiff den Hafen von Dar es Salaam
Die Zollabfertigung
Alle rechneten damit, dass das Auto nun etwa Mitte Juni zur Verfügung stehen würde.
Die tansanische Firma WAMA (eine Tochter der ELCT) begann mit den Zollabfertigung-Verhandlungen mit dem tansanischen Zoll (TRA – Tansania Revenue Authority). Eine erstes Problem ergab sich, weil der Zoll zunächst nicht den sehr günstigen Kaufpreis des Landcruiser von 4,492,000 JPY (jap. YEN) akzeptieren wollte und stattdessen von einem (vermutlich Markt-) Kaufpreis von 7,792,492 JPY ausging. Nach schwierigen Verhandlungen akzeptierte der Zoll den tatsächlichen Kaufpreis.
17. Juni 2026: Anstelle einer Gebühren-Rechnung über ca 13.000 TZS (wie im Oktober 2025 für einen identischen Landcruiser) überraschte die WAMA mit einer Rechnung über 22.848.743 TZS (ca. 7.880 €). Die Süddiözese übernahm zunächst diesen Betrag für das Dekanat Ilembula. Zugleich wurde deutlich, dass sich die Auslieferung auf unbestimmte Zeit verzögert. Die WAMA nannte wochenlang keinen Liefertermin oder hielt Termine nicht ein.
11. August 2026: Dekan Mpimbi ist in Dar es Salaam und erfährt, dass er das Auto voraussichtlich am 15.8. bekommen könnte.
12. August 2026: Die WAMA-Sachbearbeiterin (Amina Jacob) sagt Mpimbi bei seinem Besuch in ihrem Büro, dass er das Auto am 18.8. bekommen könnte. Er veranlasst, dass am 17.8. ein Berufs-Kraftfahrer des Ilembula-Krankenhauses nach Dar kommt.
18. August 2026: Dekan Mpimbi, Schatzmeister Kibiki und der Fahrer sind bei der WAMA. Dort präsentiert Amina Jacob eine neue Rechnung über insgesamt TZS 34,728,312 = ca. 11.975 € von denen noch 1,6 Mio TZS (ca. 560 €) zu bezahlen seien. Nach heftigen Verhandlungen verzichtet WAMA auf diese Forderung und Mpimbi und Kibiki können doch noch am Nachmittag das Auto in Empfang nehmen.

Noch kein „Happy End“ in Ilembula
19. August 2026: Dekan Mpimbi und Schatzmeister Kibiki kommen mit dem Toyota Landcruiser nach Ilembula; ein Fahrer vom Krankenhaus ist die 700km gefahren. Am nächsten Tag präsentieren Dekan Mpimbi, Schatzmeister Kibiki und drei Pfarrer das Auto stolz dem Altbischof Mengele.

21. August 2026: Dekan Mpimbi muss den Landcruiser als Pfand zur Diözese nach Njombe bringen, wo er so lange bleiben soll, bis das Dekanat Ilembula seine Schulden in Höhe von 22,8 Millionen TZS (ca. 8.000 €) bezahlt hat. Bischof Mengele und Dekan Mpimbi bitten HA-ILE um Hilfe.
24. August 2026: HA-ILE spendet dem Dekanat Ilembula nochmals 4.000 € und leiht ihm weitere 4.000 €.
Endlich „Happy End“
11. September 2026: Auf der Rückfahrt von einer Veranstaltung in Lupembe kann Dekan Mpimbi in Njombe den Landcruiser in Empfang nehmen und mit ihm nach Ilembula fahren.
13. September: Im Anschluß an den Gottesdienst freut sich die Gemeinde über das neue neue Auto für das Dekanat Ilembula.
