Kirchengemeinden in Tansania

In Tansania gibt es keine Kirchensteuer; die Gemeinden müssen sich, ihre Mitarbeiter und ihre so wichtige Sozialarbeit aus der Kollekte finanzieren. Und davon müssen sie auch noch was an die Einrichtungen ihrer Landeskirche, abführen. Die Pfarrer bekommen ein – für tansanische Verhältnisse – normales Gehalt, die Evangelisten aber nur umgerechnet etwa 20 Euro monatlich; die meisten von ihnen sind daher auch Bauern mit einem Stück Land, von dessen Ertrag sie hauptsächlich leben.

Wenn es unsere Mittel erlauben – und das sind in erster Linie nicht zweckgebundene Spenden – versuchen wir auch immer, die Kirchengemeinde und ihre Mitarbeiter zu unterstützen. Das gilt insbesondere auch für die pensionierten Mitarbeiter der Kirche, die überhaupt keine Rente erhalten. Da der Ertrag der Felder so wichtig ist, haben wir den Evangelisten Geld für Dünger gespendet; lieber wäre es uns, wenn das Getreide natürlich wachsen würde, doch der Boden ist dafür nicht ergiebig genug. Wir setzen große Hoffnung auf die Landwirtschaftsschule in Lupembe, die ihren Betrieb endlich aufgenommen hat.

Seit dem UN-Schuldenerlass 2000 sind in Tansania viele Sekundarschulen (Secondary School) entstanden; im Gegensatz zu den Grundschulen verlangen diese Schulgebühren, die vor allem bei den besseren privaten Schulen sehr hoch sein können. Auch hier haben wir seit einigen Jahren den kirchlichen Mitarbeitern geholfen – Ausbildung für die Jugend ist eines der wichtigsten Ziele der Partnerschaftsarbeit. In den vergangenen Jahren konnten wir auch einige junge Menschen bei der Finanzierung ihres Universitätsstudiums helfen. Wegen der sehr hohen Kosten – z.T. mehr als € 1.500 pro Jahr – unterstützen wir einzelne Studenten nur in Ausnahmefällen.

Aber auch die Evangelisten wollen lernen: Englisch – damit sie sich besser mit ihren Partnern und Freunden aus Ujerumani (Deutschland) unterhalten können! Klar, dass wir uns da aus den Booksale-Einnahmen an den Lehrerkosten beteiligen.

Ganz wichtig ist in jedem Dorf die Kirche als DER soziale Treffpunkt – und wer schon einmal Gottesdienste in Tansania erlebt hat, kann das nur bestätigen. Aber auch hier fehlt das Geld an allen Ecken und Enden. 2012 halfen wir bei der Renovierung der Kirche in Ilembula, die vor 100 Jahren (!) von deutschen Missionaren erbaut wurde. Baumaßnahmen unterstützen wir ebenfalls, allerdings nur in sehr begrenztem Umfang, z.B. beim Neubau der Kirche in Luvande oder dem notwendigen Neubau eines Gemeindehauses in Ilembula.

Ganz uneigennützig helfen wir aber auch nicht: Ilembula hat ein einfaches – für tansanische Verhältnisse aber sehr schönes – Gästehaus, das wir jedes Jahr etwas mehr unserem deutschen Komfort anpassen; z.B. durch den Einbau von Regalen, Moskitofenstergittern, Stromanschluss zum Aufladen der diversen elektrischen Geräte, einen Kühlschrank, ein europäisches WC, größeres Waschbecken usw.